Vor 20 Jahren begann der Weg zur Armwrestling-Hochburg

Ein Bericht von Christian Buchler aus den Wolfsburger Nachrichten.

Wolfsburg steht für Autos, Spitzenfußball und -Eishockey. Wolfsburg ist aber auch spitze in einer Randsportart, deren Geschicke mittlerweile von hier aus gelenkt werden: Armwrestling. Das feiert in diesem Monat 20-jähriges Bestehen beim VfL Wolfsburg. Damals wie heute der Initiator: Olaf Köppen.

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Ohne den mittlerweile 49-Jährigen fristete Armwrestling bis heute ein Nischendasein zu später Stunde an Kneipentischen. Der VW-Angestellte machte den Sport salonfähig. „Den ersten Tisch habe ich für 200 Mark gebraucht gekauft“, erinnert er sich. 1993 suchte er nach Mitstreitern für seine Idee. Zehn brauchte er, um im VfL eine Sparte gründen zu können. „Die Gründung erfolgte am 1. September als Unterabteilung des Gewichthebens.“

Während die einst glorreichen VfL-Gewichtheber heute keine Rolle mehr spielen, trat das Armwrestling seinen kleinen Triumphzug an. Zehn Jahre nach der Gründung stieg es vereinsintern zur eigenen Abteilung auf, hat heute 37 Mitglieder. Schnell sammelten die „Wölfe“ national und wenig später auch international reichlich Edelmetall. Aus der ersten Wolfsburger Armwrestling-Generation gingen als Galeonsfiguren Köppen (Vize-Weltmeister 2004), Bill Frank (Vize-Weltmeister 2005) und Dirk Schenker (Vize-Weltmeister 2006) hervor.

Hinzu kam Österreich-Import August Smisl. Im August 2008 holte das riesenhafte Muskelpaket in der offenen Klasse mit links und rechts die ersten beiden und bisher einzigen WM-Titel für den VfL. Die Wolfsburger Erfolge blieben nicht unbemerkt: Der NDR lud Köppen, Schenker und Co. in den Sportclub ein. Der TV-Auftritt war der Ritterschlag.

Doch vor allem Köppen widmete sich parallel schon früh der Nachwuchsförderung und übernahm den Trainerjob beim VfL. Von 2005 bis 2011 war er zudem Nationaltrainer. 2009 gründet der deutschlandweit anerkannte Experte den Armwrestling-Verband (DAVW), deren Vorsitzender er seitdem ist. In der 2008 gegründeten Bundesliga führte er als Coach die zum großen Teil aus VfL-Athleten bestehende Nord-Auswahl schon dreimal zum Titel.

Obwohl Köppen und auch Schenker gerade erst bei den „Oldies“ in der Mastersklasse WM-Silber gewannen, ruhen die Hoffnungen längst auf der zweiten Athleten-Generation. Die Zwillingsbrüder Jan und Fabian Täger, Matthias Schlitte und zum Beispiel auch Vorzeige-Athletin Laura Branding treten erfolgreich in die großen Fußstapfen der Wolfsburger Armwrestling-Pioniere. Die Tägers und Schlitte glänzten zuletzt bereits mit Top-Ten-Platzierungen bei der WM.

Und Kultstatus besitzt mittlerweile in Wolfsburg das jährlich stattfindende internationale Over-the-Top-Turnier. Etwa 120 Spitzenathleten aus ganz Europa haben sich für Samstag, 26. Oktober (Beginn 19 Uhr, Congresspark) für die 18. Auflage schon wieder angesagt. Als Moderator wird Köppen die erwarteten 500 Fans wieder gekonnt anstacheln. Den Rest erledigen seine Athleten auf der Bühne.

Prognose: 2013 war nicht das letzte Jubiläumsjahr des Wolfsburger Armwrestlings. Köppens großes Ziel: „Ich möchte einen waschechten Wolfsburger Weltmeister herausbringen.“

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