DM 2015: Pulldogs stemmen Organisation mit Bravur

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„Eine Schwere Geburt“ , war ein oft benutzter Kommentar von Kevin Wolf, wenn Leute ihn nach der Organisation der Deutschen Meisterschaft 2015 fragten.

Generell stand dieses Turnier unter schlechten Vorzeichen, nachdem der neu gründete Armwrestling Club der Pulldogs, rund um Kevin und Giuseppe, die Ausrichtung der DM mehr oder weniger in letzter Minute übernahmen. Keiner wusste so richtig, was er erwarten sollte, gerade da die zwei auch angekündigt hatten, erstmals auch eine Newcomer-Klasse einführen zu wollen und vorher vom Vorstand noch neue Gewichtsklassen beschlossen wurden. Als dann kurz vor dem Turnierbeginn noch die Tische befestigt werden mussten ,machte sich ein bisschen Unruhe breit, da sich der Turnierstart etwas verzögerte.

Als es dann jedoch los ging und die Pulldogs mit ihrem neuen Turnierprogramm Fahrt aufnahmen, dauerte es nicht lange bis jeder vollständig im Turnier ankam. Schlag auf Schlag ging es Klasse für Klasse voran.

Die 70er Klasse wurde auch durch die Abwesenheit von Udo Weiß und Philipp Stahlhofen (verhindert) sowie Kevin Berberich und Matthias Schlitte (starteten in einer höheren Klasse), schnell von den Täger-Brüdern, Jan und Fabian, kontrolliert. Beide kämpften sich souverän bis ins Finale mit beiden Armen und teilten sich somit jeweils den ersten und zweiten Platz.

Das Feld 80er Klasse, welches durch die Neugestaltung der Gewichtsklassen deutlich größer und interessanter wurde, hatten einige sehr spannende Matches zu bieten zumal sich dieses Jahr noch Matthias Schlitte und Kevin Berberich hinzugesellten, die die Herausforderung in einer höheren Klasse suchten. Nach einigen Runden kristallisierten sich die zwei Hanauer Janusz Smolarzic und Kevin Berberich sowie Matthias Schlitte aus Wolfsburg als die Favoriten dieser Klasse heraus. Ein vorläufiges Highlight war das Match von Janusz gegen Matthias im Halbfinale. Nach etlichen Fouls auf beiden Seiten und zahlreichen Neustarts unterlag Matthias jedoch am Ende dem Hanauer knapp. Im Finale, sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Arm, standen sich dann wieder Kevin und Janusz gegenüber. Während Janusz mit dem linken Arm seinen Teamkollegen noch bezwingen konnte, entschied Kevin das Finale mit dem rechten Arm für sich.

Bei den Masters bis 85Kg ließ sich der Hannoveraner Klaus Surrman nicht die Butter vom Brot nehmen. Top motiviert und Trainiert lieferte er sich gute Kämpfe mit dem Frankfurter Klaus-Dieter Hain und siegte mit beiden Armen.

In der, diesmal offenen, Frauen-Klasse war von vornherein klar, dass der Weg zur Goldmedaille nur über die mehrfache Weltmeisterin Camilla Kättström führen würde. Dementsprechend motiviert waren ihre drei Konkurrentinnen Tanja Killmaier und Laura Branding. Beide lieferten sich jeweils im Halbfinale packende und knappe Kämpfe, mussten sich jedoch schlussendlich beide Camilla geschlagen geben.

Obwohl nur mit 3 Leuten besetzt, konnte die Jugendklasse bis 21 Jahre mit guten und engen Kämpfen auf sich aufmerksam machen. So überraschte der Newcomer Thomas Struck aus Frankfurt (Oder) den Wolfsburger Dustin Pubanz mit einer starken Leistung. Jedoch konnte sich Dustin am Ende mit beiden Armen die Goldmedaille sichern.

In der neu eingeführten Klasse der Newcomer duellierten sich ganze 12 Teilnehmer um den Sieg. Es gab durchaus ansehnliche und Spannende Kämpfe zu sehen. Einzig der spätere Sieger und Lokalmatador mit beiden Armen, Rudloph Dekreohn, blieb in dieser Klasse souverän und sicherte sich fehlerfrei den Sieg.

Bei den Masters über 85Kg ließen sich Dirk Schenker und Oliver Kühn nicht aus den Augen. Beide waren hoch motiviert und sicherten sich ein Match nach dem anderen und zogen so sicher ins Finale ein. Im Finale mit dem linken Arm zog sich Dirk jedoch eine Verletzung zu und musste sich so leider Oliver Kühn geschlagen geben. Mit Rechts erkämpfte er sich jedoch nach einem knappen Match den Sieg.

In der Gewichtsklasse bis 90Kg stellte sich vorher die Frage, in welcher Form Dieter Spannagel sein würde. Die Antwort gab dieser am Tisch. Zwar konnte ihm der Hanauer Andreas Höffner mit linken Arm noch gut Kontra geben. Jedoch war es an diesem Abend nicht genug um den Münchner zu schlagen. Dieter Spannagel ist somit zweimal mehr Deutscher Meister.

In der Gewichtsklasse bis 100Kg gab es im Laufe des Turnierverlaufs zwei Überraschungen. Zum einen Andreas Höffner, der dieses Jahr überraschenderweise in einer höheren Klasse startete und zum anderen der Unbekannte Tobias Willberg. Still und heimlich erkämpfte er sich bei seiner ersten DM gleich den dritten Platz mit dem linken Arm und musste sich nur Daniel Ivanov und Alexander Warketin geschlagen geben. Dabei nahm er auf seinem Weg unter anderem Eric Hoppe, den früheren Europameister, aus dem Turnier. Mit dem rechten Arm kontrollierte jedoch der WM 3. Andreas Höffner klar das Geschehen. Mit einem kleinen Lächeln besiegte er den Berliner Daniel Ivanov im Finale. Florian Kellersmann wurde guter Dritter.

In der letzten Klasse, der Athleten über 100Kg ging es sehr eng zu. Eigentliche Favoriten wie Christian Stahlhofen und Dirk Schenker hatten gut zu tun ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Jedes Match war spannend und der Sieger wurde nur durch Kleinigkeiten gekürt. Trotzdem sicherte sich Dirk Schenker eine weiter Deutsche Meisterschaft in einem packenden Finale gegen Christian Stahlhofen. Auch Links zog Christian ins Finale ein, musste sich dort allerdings einem, an diesem Abend sehr starken und konzentrierten, Alexey Heim geschlagen geben.

Am Ende war es ein sehr gelungenes und denkwürdiges Turnier. Auch die vorher heiß diskutierte Newcomerklasse war ein voller Erfolg. Da haben die Jungs aus dem Süden einen super Job gemacht. Die die nach diesem langen Tag noch Kraft hatten saßen noch bis in die frühen Morgenstunden zusammen und feierten die 28. Deutsche Meisterschaft.

Ein Bericht von Kevin Wolf

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