Beeindruckende DM in Münster-Breitefeld

Ein Bericht von Winfried Lind

Die vom Armwrestling-Club „Over the Top“ Hanau in der Live-Arena von Münster-Breitefeld veranstaltete Deutsche Meisterschaft kann man guten Gewissens als hervorragendes Turnier bezeichnen. Wetttkampforgansation, Bühne, Licht und vor allem auch die professionelle Akustik waren schlichtweg beeindruckend. Vor allem die Auswahl der das Turnier begleitende Musik und die jederzeit einfühlsame Steuerung der Lautstärke verdient ein Sonderlob. Neben dem von Jürgen Baumann geführten Hanauer Verein gebührt ein besonderer Dank Andreas Höffner, der die gesamte Abstimmung mit der Live-Arena vorgenommen hatte.

Auch sportlich war es ein hochklassiges Turnier. In zwei Jugend-, zwei Newcomer-, zehn Männer-, zwei Damen- und vier Master-Klassen ging es hart zur Sache. Bei der Jugend siegte mit dem linken Arm Bryen Fieberg aus Frankfurt/Oder vor seinem Vereinskollegen Thomas Struck, der aber mit dem rechten Arm den Spieß umdrehen konnte und sich hier den Titel holte. Bei den Newcomern ging der Sieg mit dem linken Arm an Maik Kuhrcke aus Hannover vor Klemens Zeiser aus Duisburg; mit rechts setzte sich hier im Finale Tobias von der Hyde gegen Maik Kuhrcke durch. Bei den Männern bis 70 kg siegte mit dem linken Arm Jan Täger vor seinem Zwillingsbruder Fabian und mit rechts setzte sich der von einem Fernsehteam begleitete „Hellboy“ Matthias Schlitte vom VfL Wolfsburg durch. Die 80-kg-Klasse hatte der gastgebende Club aus Hanau voll unter Kontrolle. Sowohl mit links als auch mit rechts siegte Kevin Berberich von seinem Vereinskameraden Alexander Kling. Nicht anders war es in der Klasse bis 90 kg. Andreas Höffner war hier unantastbar und auch Janusz Smolarczyk ließ sich Platz zwei nicht streitig machen. In der Klasse bis 100 kg siegte mit links Daniel Ivanov aus Berlin vor einem tapfer kämpfenden Eric Hoppe aus Ispringen. Auch mit rechts schien Ivanov auf der Siegerstraße zu sein, wäre da nicht ein ungemein konzentrierter und kampfstarker Andre Riske aus Frankfurt/Oder gewesen. In einem ungemein packenden Finale konnte hier Andre Riske den starken Berliner bezwingen und sich den Titel erobern. Das Schwergewicht entschied mit dem linken Arm Alexander Werwein aus Berlin vor Alexey Heim von den Bavarian Grizzlys aus München für sich. Mit dem rechten Arm konnte sich jedoch mit aufopferungsvollem Einsatz Altmeister Dirk Schenker von VfL Wolfsburg durchsetzen und siegte vor dem Berliner.
Bei den Damen ging mit dem linken Arm der Sieg an die Favoritin Kamilla Kättström aus Hanau vor ihrer Vereinskameradin Katrin Mook. Mit dem rechten Arm kam jedoch die große Stunde der nur 56 kg leichten Katrin Mook. Sie konnte die gesamte, teilweise wesentlich schwerere Konkurrenz bezwingen und sicherte sich hochverdient den Titel vor der ebenfalls tapfer kämpfenden Laura Branding aus Wolfsburg. Die Masterklasse bis 85 kg dominierte mit links Viktor Lokstein aus Hanau vor Klaus Surmann aus Hannover. Mit rechts siegte hier eindrucksvoll der vielfache Deutsche Meister der 70-kg-Klasse Udo Weiß aus Frankfurt/Oder. In der Masterklasse über 85 kg setzte sich Sergej Maier aus Berlin vor Jens Schridde aus Edemissen durch. Mit rechts jedoch bot Schridde eine beeindruckende Leistung. Er gewann nahezu ungefährdet diese Klasse und verwies sogar den Meister der offenen Klasse Dirk Schenker auf Platz zwei. Auch im Kampf um den Titel des „Champ of the Champs“ präsentierte sich Jens Schridde gnadenlos stark und holt sich mit dem rechten Arm souverän auch diesem Titel. Ein sportliches Highlight präsentierte in dieser Klasse aber auch Andreas Höffner aus Hanau. Er kämpfte sich mit dem linken Arm in dieser Kategorie ohne Gewichtslimit bis ins Finale und lieferte sich hier mitreißende Kämpfe mit Alexey Heim von den Bavarian Grizzlys. Niemanden hielt es mehr auf den Stühlen, als Höffner nach minutenlangem Kampf das erste Finale sogar für sich entscheiden konnte. Und auch wenn er sich dann im alles entscheidenden Kampf um diese Trophäe dem starken Münchner knapp geschlagen geben musste, war er letzten Endes – besonders in Anbetracht des begeisterten heimischen Publikums – doch der moralische Sieger.

Überzeugend waren auch die Leistungen der Kampfrichter, die oft Schwerstarbeit zu leisten hatten. Es war ein in jeder Hinsicht großes Turnier, bei dem einfach alles passte und neben den vielen Spitzenleistungen der Top-Athleten, war besonders hervorzuheben, dass in der Newcomerklasse nicht weniger als zwanzig Athleten an den Start gingen. Die DM in Münster-Breitefeld dürfte für alle eine nachhaltige Motivation für die Zukunft gewesen sein.

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